Dienstag, 23. Juli 2013

Grober Schnitzer 8 - Jetzt erhältlich!!!


Juhu! Die achte Ausgabe ist da! Und was für eine: Erstmals mit dreistelliger Seitenanzahl und einem Spezial zur Fanzine-History des SV Werder. Dazu wie immer sauviel Werder-Kram aus der letzten Saison sowie ein pompöser Anteil an Auslandsberichten. Weißrussland, Türkei, Polen, Kroatien, Portugal, England und so... Den ersten Handverkauf der Nummer 8 gibt es beim DFB-Pokalspiel in Saarbrücken am 4. August. Also, Augen auf und drei Euro bereit halten!

Weitere Infos zu Erwerb und Versand erhaltet ihr auf Anfrage via castroxieme@yahoo.fr

Die ersten 200 Bestellungen bekommen übrigens Sticker obendrauf. Also, los jetzt hier!

Samstag, 15. Juni 2013

Kiezkieker 26-32



Herausgeber: FCSP-Fans der Südkurve
Erscheinungsdatum: Dezember 2012 – Mai 2013
Seiten: 24-32
Preis: 1,20 €


Im Sommer 2011 feierten in der Südkurve des FC St. Pauli gleich zwei Fanzines als Nachfolger der »Gazzetta d‘Ultra« ihr Debüt. Seit knapp zwei Jahren gibt es also gleich zwei regelmäßig erscheinende Kladden von den Fans der Südkurve und USP.

Ich möchte den Kiezkieker vorstellen, der im Umkreis meiner Freunde oft nur die zweite Wahl ist. Beim ersten Durchblättern wird gleich der alte Gazzetta-Charme deutlich. Schnell bleib ich bei den ersten Berichten hängen, die amüsant und unverfroren daherkommen und oft in einem Spielsuffbericht münden. Manchmal auch von verschiedenen Autoren und somit unterschiedlichen Sichtweisen zum gleichen St.-Pauli-Spiel.

Die zusammengefummelten Zeitungsschnipsel (meist köstliche Headlines aus der »Yellow Press«) im Innenteil sind Markenzeichen des Kiezkieker und finden bei mir großen Anklang: »Aue-Fan rollt beim Pullern den Hang herunter« und »In Stralsund eskaliert der „Fischbrötchen-Krieg“«. Zu geil, denn im Prinzip wird dank der akribischen Schneide- und Klebarbeit der Redaktion das (Un-)Wichtigste aus dem Weltgeschehen der letzten Wochen aufgerollt. Auch der ein oder andere Report aus den Kurven der befreundeten Gruppen findet den Weg ins Heft. Auffällig ist die durchaus von USP abweichende Meinung, die offen und ohne Augenzwinkern nicht immer dem Political-Correctness-Tenor entspricht. Find ich ehrlich und authentisch, auch wenn ich nicht immer der gleichen Ansicht bin (den Artikel über die »Aachen Ultras« empfand ich als nicht gut). Oh, ein besonderes Gimmick hätte ich fast vergessen: In jeder Ausgabe gibt es einen neuen Aufkleber des FCSP, der mit Heißkleber auf das Motiv befestigt ist, sodass man auch weiß, was verklebt wurde. Damit sollte der Versuch der Redaktion, dem Leserkreis Streetart näherzubringen, nicht gescheitert sein. Für mich hat der »Kiezkieker« definitiv seine Daseinsberechtigung. 1,20 Euros sind auch alles andere als rausgeworfene Groschen.

MFI

Donnerstag, 16. Mai 2013

La Cosa Nostra 9

Titel: La Cosa Nostra 9
Herausgeber: Supporters Ulm ´99
Erscheinungsdatum: März 2006
Seiten: 84
Preis: 2,-

Bereits vor sechs Jahren führte ich im "Groben Schnitzer" eine Rezensionsecke ein. Eine der ersten Fanzine-Besprechungen aus dem Jahre 2007 habe ich aus der Mottenkiste gekramt und für euch aufbereitet. Das kreative Cover macht Bock aufs Heft: Eine Bild-Zeitungs-Imitation bringt amüsant ein paar Ulmer Szene-Highlights auf Seite eins.

Die SSV-Spielberichte fand ich manchmal ermüdend, aber was soll man bei Ligaspielen gegen FV Lauda oder Emmendingen auch für großartig fesselnde Stories erwarten?! Man wird eben größtenteils über den nüchternen Alltag einer kleinen Fanszene in der Oberliga Baden-Württemberg aufgeklärt, worunter die spärlichen Highlights gewiss die Spielberichte gegen Reutlingen oder Waldhof Mannheim darstellen.

Groundhopping-Berichte aus England, Serbien, Weißrussland, Ukraine und Moldawien/Transnistrien bieten da gute Abwechslung. Gerade die visapflichtigen Länder waren für mich natürlich höchstinteressant, meist auch witzig geschrieben, allerdings wird doch gerade über die Osteuropäer relativ herablassend erzählt (Weißrussen etwa werden vielleicht etwas zu heftig als Alkoholiker pauschalisiert). Bester und informativster Bereich ist die wirklich ausführliche Geschichte über die drei großen Stockholmer Vereine und deren Derbys! Auf 15 Seiten erfährt man so gut wie alles über die Ultra- und Hoolszenen sowie deren Begleiterscheinungen von AIK, Hammarby und Djurgarden.

Beim Layout (bis auf Cover und Deckel komplett s/w) gibt's einen Minuspunkt, da die schwarze Schrift auf grauem Hintergrund mehr als unpassend und bisweilen äußerst nervig ist. Trotzdem überzeugt die LCN #9 durch kompetente Schreibe (einer der Autoren ist übrigens auch festes Redaktionsmitglied beim Blickfang Ultra) gerade wegen der detaillierten Stockholm-Story.

STS

Mittwoch, 24. April 2013

Doppelrad Saisonausgabe 11/12

Titel: Doppelrad Spielesammlung 11/12
Herausgeber: Ultraszene Mainz
Erscheinungsdatum: März 2013
Seiten: 110
Preis: 3,-

Besser spät als nie, werden sich auch die Mainzer gedacht haben, nachdem sie mit gut einem halben Jahr Verspätung ihr Spieltagsheft an den Verkaufsstand gebracht haben. Ich habe letztens noch irgendwo gelesen, dass ein gutes Fanzine immer im Verzug sein muss. Warum eigentlich? Bei Saisonheften von Ultragruppen sollte das eigentlich zu vermeiden sein, da in der Regel mehrere Personen an so einem Heft beteiligt sind und somit die anfallende Arbeit auf viele Schultern verteilt werden kann.  Eine fortlaufende Nummer erhält das Exemplar nicht, da für die eigentliche Nr. 7 noch viele Texte in der Schublade liegen würden. Die letzte Publikation aus Mainzer Federn stammt übrigens  aus dem Jahre 2009 (Doppelrad 6), wenn man von dem reinen Hoppingheft „Ortsfremd“ einmal absieht.

Fast 80 der 110 Seiten beschäftigen sich mit mal mehr oder weniger interessant geschriebenen Spielberichten. Dass verschiedene Autoren in die Tasten hauen, merkt man schnell. Zum Teil sind die Texte selbstkritisch und authentisch, auf der anderen Seite findet man auch unnötiges Rumgepöbel und überhebliche Passagen. Ergänzend dazu gibt es einen kleinen Hoppingteil (Serbien, Zypern, USA und Österreich), einen dreiseitigen Artikel über die Handballdamen des FSV und eine kleine Bilderstrecke der vergangenen Saison. Insgesamt für ein Gruppenheft etwas dünn.


Optisch macht das Heft allerdings etwas her. Qualitativ ansprechende Fotos, gepaart mit den übersichtlich gestalteten Texten im Zweispaltenformat sorgen für einen angenehmen Lesefluss. Die inhaltlichen Schwächen und Lücken können damit natürlich nicht ausgemerzt werden, sodass ich das Heft nur sehr bedingt empfehlen kann. Und zwar denen, die sich über den Spieltagsflyer der USM hinaus noch über die 05er informieren möchten. Wer etwas mehr auf die Augen möchte, sollte dann doch besser auf die reguläre Ausgabe 7 warten. Kontakt unter http://szene-mainz.de/kontakt/

Freitag, 19. April 2013

Dröhnbütel 27


Titel: Dröhnbütel 27
Herausgeber: Gerner Bande Hamburg
Erscheinungsdatum: Januar 2013
Seiten: 96
Preis: 3,-

Vor zwei Ausgaben feierte die Dröhnbütel-Crew ihr silbernes Dienstjubiläum. Um diesem gerecht zu werden, sind die aktuellen Ausgaben wieder gespickt mit den verschiedensten Touren über unsere Erdkugel. Ergänzend dazu gibt es wie gewohnt die Spiele des Hamburger SV. Optisch hat sich in den letzten acht Jahren kaum etwas verändert, genauso wenig wie die Autoren, die in der vergangenen Zeit zwar immer mal wechselten, sich aber dennoch ein gewisser Stamm herauskristallisierte, der regelmäßig für das Heft schreibt.

Nachdem die letze Ausgabe überwiegend Südamerika gewidmet war, ist die Nr. 27 wesentlich abwechslungsreicher. Neben Klassikern wie Polen, Österreich, England und Kroatien, berichtet „Jojo“ (bekannt aus Funk und Fernsehen) aus der Karibik (Antigua und Barbuda, Trinidad und Tobago und Saint Kitts und Nevis) und treibt damit die Dröhnbütel-Länderpunktwertung unaufhaltsam in Richtung  100. Neben einem Kurztripp in den Libanon, gibt es auch in dieser Ausgabe die fast schon übliche Reise nach Argentinien und Brasilien. Eine gewisse Teilschuld hat höchstwahrscheinlich auch der HSV, der ein Testspiel in Porto Alegre vereinbart hatte. Mit der kleinen Abordnung der Gerner Bande waren es insgesamt 25 HSV-Fans, die den Weg in den Süden Brasiliens auf sich genommen haben.

Der Amateurfußball kommt natürlich auch nicht zu kurz und so berichten die Schreiber von verschiedenen Sportplätzen aus SH und NDS, vornehmlich mit Beteiligung des VfB Lübeck und VfR Neumünster. Ebenso Bestandteil des Dröhnbütels sind die Berichte vom HSV, die meiner Einschätzung nach, mit einer einem gesunden Anteil an Selbstkritik präsentiert werden.
Wer sich von der teilweise etwas suffigen Schreibweise nicht abschrecken lässt und auch nichts gegen die Vergabe von Länderpunkten im horizontalen Sport einzuwenden hat, liegt beim Dröhnbütel genau richtig. In der bereits erhältlichen Nr. 28 berichten die Autoren aus dem Kaukasus, aus Nepal und Nordafrika. Abwechslung wird also geboten. Kaufempfehlung!

Mittwoch, 17. April 2013

Stöffche 2


Titel: Stöffche 2
Herausgeber: Ultras Frankfurt
Erscheinungsdatum: Februar 2012
Seiten: 170
Preis: 4,-

Ein knappes Jahr ging ins Land bis Stöffche Nr. 2 der Erstausgabe folgte. Das äußere Erscheinungsbild hat sich ein wenig verändert. Der Umfang stieg von 136 auf 170 Seiten und damit verbunden auch der Kaufpreis von 3 auf 4 €. Weiterhin musste die Klammerbindung einer Klebebindung weichen. Bin ich doch bei Heften im A5-Format kein großer Freund dieser Bindetechnik, stört sie mich in der Größe A4 hingegen weniger.

Inhaltlich knüpft man an die aus dem Premierenheft bekannten Rubriken (Aktuelles, Spielberichte, Kultur, Freunde und Weltweit) an und entwickelt sich zum Teil auch weiter. Besonders hervorzuheben sind die Kolumne von Stefan Wattenscheid, in der der Ausruf „Auf jetzt!“ auseinandergenommen wird, der „Fändialog“ („Live“berichterstattung vom Fußball-Fan-Gipfel der DB)  und der kleine Ausflug ins Bahnhofsviertel. Dennoch hätte der Kulturteil etwas umfangreicher sein dürfen. Beispielsweise war das Interview mit DJ Dag aus Stöffe Nr. 1 wesentlich interessanter, als das in der aktuellen Ausgabe.

Textlich etwas knapp bemessen ist der Bericht über einen Brasilienausflug. Bei dem Besuch in Südamerika hatte der Autor die Möglichkeit die Gruppe „Gavioes da Fiel“ (Corinthians Sao Paulo) zu treffen und zu begleiten. Hier entstanden viele schöne authentische Bilder, die die Kritik am etwas zu knapp geratenen Bericht eigentlich schon wieder fast vergessen machen.
  
Der Redaktion ist es im Jahr der Jubiläen (UF wurde 15 Jahre und die Schöppche Crew 10 – jeweils beide Geburtstage werden mit einer Fotostrecke dokumentiert) auf jeden Fall gelungen sich weiterzuentwickeln. Auf feste Erscheinungstermine will man sicher aber immer noch nicht festlegen, denn wie gehabt erscheint das neue Stöffche wenns feddisch is. Genau wie bei der Erstausgabe wurden fast alle Exemplare an einem Spieltag verkauft. In der Nordwestkurve kommt das Heft wohl gut an. Bei mir auch. Weiter so!

Donnerstag, 28. März 2013

Hefdla 11


Titel: Hefdla 11
Herausgeber: Einzelperson (Nürnberg)
Erscheinungsdatum: Februar 2013
Seiten: 76
Preis: 1,50

Die „Gabriele 100 DS“! Ihr haben wir es zu verdanken, dass das Fanzine „Hefdla“ sein Comeback feiert. In der aktuellen Ausgabe bekommt sie sogar einen Ehrenplatz auf der Titelseite. Wer die Gabriele ist? Die Schreibmaschine, auf der alle Berichte geschrieben werden. Dass hier auf moderne Technik verzichtet wird, merkt man häufiger. Etwas durchgestrichenes hier, eine kleine handschriftliche Ergänzung dort und geklebte Zeitungsartikel sowie Fotos machen das Heft zu einem sympathischen Oldschool-Fanzine. Ein Hochglanzheft mit gestochen scharfen Bildern und ein durchgestyltes Layout darf man natürlich nicht erwarten, dafür bekommt man aber auch 76 vollgepackte Seiten für schmale 1,50 €.

Inhaltlich dreht es sich fast ausschließlich um den 1. FC Nürnberg. Von den Profis zu den Amateuren und Jugendmannschaften. Sämtliche Sportveranstaltungen in Nürnberg werden besucht, aber auch kulturelle und private Highlights finden ihren Platz. Das Weihnachtsessen bei der Verwandtschaft und ein Termin bei der örtlichen Sparkasse werden genauso dokumentiert, wie die Stammtische der Daggl-Autoren.

Man muss schon größeres Interesse am Clubb haben, um sich für den kompletten Inhalt zu begeistern. Dennoch spreche ich eine Kaufempfehlung aus, da es sich hier um ein authentisches und einfaches Fanzine handelt, wie man es heutzutage kaum noch findet. Ein gelungener Kontrast zu den vielen Hochglanzmagazinen. Quasi das Pendant zum Ya Basta, wenn wir direkt einen Vergleich vor Ort ziehen wollen.