Herausgeber: Handkäsmafia
Seiten: 88
Preis: 3,-
Druckerpresse, die fünfunddreißigste. Allerdings erst zum zweiten Mal im
modernen DIN A4-Format. Davor erschien das Sprachrohr der Mainzer Handkäsmafia
als Infoblättchen und wurde bei Heim- und Auswärtsspielen im Block verteilt.
Nachdem die erste Ausgabe im neuen Gewand bereits im September 2015 erschien,
sorgte Kollege Schlendrian dafür, dass das aktuelle Heft mit Verzögerung auf
dem Markt kam.
Dafür bekommt ihr auch für 3 Euro 88 vollgepackte Seiten. Inhaltlich bieten die
Rheinhessen das, was man von einem Heft einer Ultragruppe erwartet. Nicht mehr,
aber auch nicht weniger. Die obligatorischen Spielberichte, Einblicke in
Szeneaktivitäten, Zaunfahnenhistorie mit ausführlicher Beschreibung und
fußballpolitische Themen.

Mein persönliches Highlight: Das Interview mit dem
ehemaligen Vizepräsidenten Peter Arens über zehn Seiten. Als Mädchen für Alles
fungierte Arens auch als Stadionsprecher und Vorstandsmitglied. Ganz
unaufgeregt plaudert der gelernte Friseur aus dem Nähkästchen und haut
Anekdoten zu Peter Neururer, Christian Heidel, Harald Strutz und auch zu
Skandalnudel Vlado Kasalo, der aus Nürnberg an dem Bruchweg kam. Arens lud
damals die hiesige Journaille in ein Mainzer Eiscafé ein und sprach mit der
schreibenden Zunft die Berichterstattung nach dem Transfer ab. Auch nicht
schlecht: Die Verpflichtung von Sven Demandt, die auf einer Raststätte bei
Montabaur eingetütet wurde.
Gefreut hatte ich mich über den Bericht "Fußball in Japan".
Zugegeben, der Artikel ist informativ, aber viel neues erfährt der Leser, der
auch etwas über den europäischen Tellerrand schaut, nicht. Fraglich ist auch,
ob der Autor seine Erlebnisse vor Ort sammelte, oder ob die Kollegen good old
Google und wise Wiki Hilfestellung leisteten.
Alles in allem bekommt ihr aber ein ordentliches Heft, dass noch etwas Luft
nach oben hat, aber in jedem Fall empfehlenswert ist. Vielleicht sollte man
vielleicht über eine halbjährliche Erscheinungsweise nachdenken, ein paar mehr
Highlights setzten und dafür die Spielberichte etwas
ausdünnen.